Babyzeichensprache Tipps & Tricks

Hier findest du 10 Hilfreiche Tipps rund um das Thema Babyzeichensprache:

Tipp 1: Keine zu hohen Erwartungshaltungen:
Grundsätzlich gilt bei der Entwicklung von Babys und Kleinkindern das Gebot der kleinen Schritte. Wenn es nicht pünktlich zum ersten Geburtstag die ersten Schritte macht, oder das Kind mit zwei Jahren noch kein Wort spricht, so gilt es nicht gleich in Panik zu verfallen. Gleiches gilt bei der Anwendung der Babyzeichensprache. Manche Kinder beherrschen mit 18 Monaten 50 Zeichen, manche nur 2. Hier ist Persönlichkeit und Charakter des Kindes in Betracht zu ziehen. Manche Kinder sind kleine Tratschen und manche eben nicht.

Tipp 2: Wenn ich mal gehen kann, dann geht es so richtig los:
Kinder, die gerade dabei sind, gehen und laufen zu lernen haben die Hände oftmals nicht frei um Babyzeichen zu zeigen. Auch im Hirn spielt sich in dieser Phase viel ab. Dennoch sollte man in dieser Zeit den Kindern das Zeigen der Zeichen in begleitender Form anbieten. Viele saugen dies auf wie ein Schwamm und wenn einmal das Erlernen des Gehens so weit abgeschlossen ist, haben sie die Hände frei für die Babyzeichensprache.

Tipp 3: Alltag sprachlich begleiten:
Beim Spracherwerb ist die Begleitung mittels verbaler Sprache als auch mittels Babyzeichen essenziell. Dies kann etwa beim Essen, beim Spielen, oder beim Baden passieren. Wichtig ist auch Handlungen an Kindern bei Ihnen verbal und mit Zeichen anzukündigen. z.B. „Vorsicht ich hebe dich jetzt hoch.“ oder „Wir wechseln jetzt deine Windel.“ Dinge die unangekündigt und überraschend für Babys passieren lösen manchmal negative Reaktionen aus.

Tipp 4 : Kinder beobachten:
Kinder werden im Sinne des didaktischen Prinzips der Lebensnähe, über jene Dinge reflektieren die sich in ihrem alltäglichen Umfeld befinden. So tendieren Kinder die in der Nähe einer Straßenbahnlinie wohnen auch das Zeichen für Straßenbahn zu zeigen. Daher macht es Sinn diese den Kindern häufiger anzubieten. Durch gezieltes Beobachten lässt sich herausfinden für was sich das Kind interessiert. Oft zeigt es auf das Objekt, oder sucht intensiven Augenkontakt zu Bezugspersonen, wenn es sich über etwas interessiert. In solchen Situationen bietet sich der Einsatz von Babyzeichen parallel zur verbalen perfekt Sprache an.

Tipp 5: Kinder denken sich Zeichen aus:
Geübte Kinder nehmen visuell Dinge wahr, und versuchen sie mit den Händen entsprechend zu rekonstruieren. Ein Beispiel aus der Praxis ist ein Zeichen für Koi-Karpfen, welches ein Kind durch das zeigen jener Handstelle zeigt, wo der Karpfen versucht hat zu knabbern. Ein anderes Beispiel ist Kind welches die Bewegung von Krabbenarmen mit seinen Händen imitiert, weil es sich dies von dort abgeschaut hat. Auch hier gilt wiederum die intensive Beobachtung der Kinder.

Tipp 6: Musik verbindet:
Bewusst konsumierte Musik, bei der getanzt wird, oder Fingerspiele gemacht werden fördert den Spracherwerb, sei es verbal oder mit Zeichen. Hintergrundmusik, etwa bei Kinderpartys ist kontraproduktiv. 

Tipp 7: Nicht entmutigen lassen:
Im Bekanntenkreis und leider auch im Familienkreis finden sich gelegentlich Personen, die das Konzept der Babyzeichensprache für Firlefanz und Fuchtelei halten. Spätestens wenn sich in der Praxis zeigt, dass man mit Kindern kommunizieren kann, bauen sich diese Vorurteile ab und man wird zum Dolmetscher bzw. Lehrer.

Tipp 8: Familiensprache:
Ehepartner und ältere Geschwister sind ideale Plattformen für die praktische Anwendung. Vor allem ältere Geschwister sind da oftmals engagiert, vor allem wenn sie selbst als Kleinkind Babyzeichensprache genutzt haben. Nachdem die Kinder Zweiwort-Sätze beherrschen, verschwindet auch die Zeichensprache. Viele Familien behalten sich vereinzelte Zeichen aber bei, um aus der Ferne zu kommunizieren, um sich das etwaige Schreien zu ersparen. Es entsteht dabei eine familieninterne Sprachkultur.

Tipp 9: Unterschätze nicht dein Kind:
Babys und Kleinkinder haben ein grundsätzliches Verständnis dafür was erwachsene sagen bzw. erzählen. Daher ist es wichtig mit Kindern in einer adäquaten, aber kindgerechten Sprache zu kommunizieren. Kindgerecht im Sinne was das Kind gemäß Entwicklungsstand kognitiv erfassen kann (einfache Sätze, Begleitung mit Babyzeichen etc.) und adäquat im Sinne von Vermeidung übertriebener Verniedlichungen oder Baby-Couderwelsh (Gu-Gu Ga-Ga u.ä.).

Tipp 10: Das wichtigste zum Schluß – Spaß haben
Es gibt keine perfekte Schule, Kindergarten und Erziehung. Dazu müsste es perfekte Menschen geben. Daher gilt oftmals das Gebot sich selber nicht immer zu ernst zu nehmen. Wenn Kinder Spaß am Zeigen von „falschen“ Zeichen haben, ist es absolut in Ordnung. Hauptsache es wird richtig verstanden und interpretiert.